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Margaretes Space |
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October 01 -Faire Connaissance oder Allan meets Hélène Hélène. Das ist ein typisches deutsches Mädchen. Mit französischen Eltern. Ohne Akzent. 12 Jahre alt. 5 Cousinen. Allan. US-amerikanisch-britischer Mischling aus einer Patchworkfamilie. 2 Geschwister. Die Begegnung Es war eine Party. Eine sehr schlechte Party, wie Hélène dachte, als Allan gerade durch ein Hinterfenster in das überfüllte Mehrfamilienhaus stieg. Während sich das Mädchen zu einer der wenigen Sitzgelegenheiten drängte, verfing sich das rechte Hosenbein Allans an einem Wandhaken und verhinderte somit den geplanten stilvollen Auftritt. Es wurde nur noch ein mißglückter Aufprall. Doch davon sollte niemand jemals erfahren. Allen rappelte sich auf. Hélène war dabei sich selbst anzuöden. Allan nahm sich, nun im Zimmer des Geschehens angekommen, einen Plastikbecher mit undefinierbarem Inhalt und setzte sich neben Hélène auf den Rand des Sofas. Nahm einen Schluck, blickte durch den Raum, der unter Technobässen erzitterte. Wandte sich an seine Nachbarin "Wie lang geht die Party?" - "Weiß nich." Und dann war Allan auch schon wieder auf dem Weg auf die nächste Fete. Die Konfrontation Zwei Jahre später. Hélène steht am Schuleingang. Redet mit Natalie. "Ich hab jetzt endlich mit dem Rauchen aufgehört!", sagt Natalie. Hélène freut sich. "Das ist toll!" - "Das ist vor allem billiger!" Die beiden lachen. "Wart nur ab! Wenn ich meine Schulden bei meinen Eltern beglichen hab, lad ich dich ins Kino ein!" Hat Natalie leider nicht gemacht. Aber Hélène mag sie trotzdem. Es klingelt, Zeit für die nächste Stunde. Englischunterricht. Mal etwas, worüber sich Hélène an diesem Tag freuen kann. Nicht dass sie schlecht gelaunt wäre, aber Grund zum Lachen hatte sie nicht direkt. Jedenfalls betritt sie in diesem Moment leichten Schrittes den Klassenraum, schreitet wie Moses durch die Menge an Mitschülern und grüßt fröhlich hier und da in die Runde. Schubidua trällert sie leise vor sich hin. Das war's. Hausaufgaben. Ja Nein Ja Nein Ja Nein Ja Nein. Hélène hat das nicht wörtlich gedacht, als sie in ihrem Aufgabenheft blätterte. Aber letztenendes hat das unmotivierte Nein gewonnen und jetzt bleibt ihr nur noch die Auswahl zwischen Internet und Telefonieren. Sie hat auf beides keine Lust, packt ihre Jacke und geht an die frische Luft. Ein Spaziergang durch den Ort. Es ist wunderschönes Wetter, überall jagen Vögel und anderes Fliegeviech durch die Luft und den blauen Himmel. Die Grünanlagen strotzen vor Farben. Hier und da zeigen sich erste bunte Blätter. Der Herbst kommt. Hélène's liebste Zeit. Im Ort gibt es eine Kneipe die genauso heißt: "Im Ort". Hélène geht die Straße entlang vorbei an der Eingangstür und kehrt um. "Hey! Na, wer kommt denn da?" Ein peinlich berührtes Grinsen huscht über ihr Gesicht. In einer gemütlichen Ecke in der rustikalen Gaststätte haben sich einige Ortsansässige versammelt. Alles ältere Herren, die von der Langeweile aus ihren Reihenhäusern getrieben werden. Hélène bleibt, bis es dunkel wird, unterhält sich über die letzten Ereignisse im Ort und allerlei aktuelle Themen. Smalltalk. Dann verlässt sie die Gemeinschaft. Sucht nach ihrem Bett und verkriecht sich unter der Decke. Hier denkt sie oft über ihr Leben nach, fragt sich "Was will ich eigentlich?" und kommt doch nicht auf den ultimativen Plan, der ihr Leben beschäftigt. Dann dreht sie sich ein paar mal von einer Seite auf die andere, wird sich schließlich einig, dass sie doch ganz gerne in den Tag hinein lebt und glücklich im Hier und Jetzt ist und schläft ganz friedlich ein. Hélène steht auf. Putzt sich in Unterwäsche die Zähne. Spuckt ins Waschbecken. Spült sich den Mund aus. Trinkt ein Glas Wasser. Das macht sie gerne. Es ist Wochenende. Sie blättert ihr Adressheftchen durch, sucht nach Leuten mit denen sie sich die Zeit vertreiben kann. Leider findet sich kein günstiger Zeitvertreib. Also geht sie erstmal frühstücken. Innenstadt. Irgendwo, bloß weit weg vom Ort. Hélène blättert Zeitschriften in der U-Bahn durch. Wen besuchen? Wen? Sie sieht auf die Uhr und stellt fest, dass sie seit 14 Stunden mit niemandem mehr gesprochen hat. Sie spricht den nächstbesten an. "Was liest du da?" Der Junge blickt auf. "Ach das? Das ist nur ein Manga!" "Manga? Was ist das?" Hélène beugt sich interessiert vor. "Ähm, das ist eine Art Comic aus Asien. Der hier handelt vom Zweiten Weltkrieg." Hélène ist erstaunt. "Wow, das ist bestimmt interessanter als Geschichtsunterricht!" Er lacht. "Kann beides gut sein!" - "Ja" Hélène begiebt sich ins nächste Abteil, strahlt, erfrischt von diesem scheinbar bedeutungslosen Gespräch. Sie steht schon am Ausgang und viele Menschen in Arbeitskleidung strömen an ihr vorbei, bevor sich die Tür wieder schließt. Sie geht zurück, setzt sich wieder an ihren Platz, als hätte sie nie aussteigen wollen. Sie blickt Allan über die Schulter. "Wie heißt du?" - "Hélène, und du?"
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